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Geschichte

Im Bereich des heutigen Burgenlandes (bis 1921 Westungarn) kam es ab den frühen 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Gründung von Feuerwehrvereinen. Die ersten wurden zum Beispiel in Pinkafeld (1871), Eisenstadt (1874) oder Kittsee (1875) gebildet. In den 80er Jahren setzte eine wahre "Gründerwelle" ein, bis schließlich 1888 eine Verordnung der ungarischen Regierung alle Gemeinden verpflichtete, Feuerwehren zu gründen. Die Freiwillige Feuerwehr Deutsch Jahrndorf wurde noch vor dieser verpflichtenden Einführung von Ortsfeuerwehren, nämlich im September 1887 gegründet.

Gründer waren der Mühlenbesitzer Georg Reisinger, der Gastwirt August Fanzler, der evangelische Lehrer Johann Pahr sowie die Landwirte Paul Rosenberger, Matthias Schmickl, Matthias Blaser, Georg Gerstweiler und Johann Schröck. Der Mannschaftsstand betrug im Gründungsjahr 30 Mann, 1. Kommandant der Feuerwehr war Johann Schröck (1887-1899). Es war zu dieser Zeit von großer Wichtigkeit, eine eigene Feuerwehr im Dorf zu haben, da vor allem wegen der Bauweise (Rohrdächer) ein Brand, der in einem Haus oder Stall ausgebrochen war, leicht auf die Nachbarschaft übergreifen konnte und unter ungünstigen Umständen zu einer Bedrohung für den ganzen Ort werden konnte. Dafür gibt es in Deutsch Jahrndorf im vorigen Jahrhundert genug Beispiele, so brannte am 6. April 1854 die katholische Schule und die herrschaftliche Schäferei (die sich auf dem Gelände des heutigen Spielplatzes befand) ab, nur 2 Wochen später, am 19. April 1854 wurden 19 Häuser auf der Hauptstraße in Raub der Flammen.

Bereits in den 1. Jahren ihres Bestandes hatte die Deutsch Jahrndorfer Feuerwehr einige größere Einsätze: Im Feber 1888 brannte es in der Mühle, im September 1890 kam es durch einen von der Unteren Hauptstraße ausgehenden Brand zu einem Großfeuer, bei dem mehrere Wohnhäuser und Ställe vernichtet wurden. Die nächsten Feuerwehrkommandanten waren Josef Nemeth, (1899-1902) und Johann Hautzinger, (1902-1920). Im ungarischen Recht gab es kein eigenes Feuerwehrgesetz, dieser Bereich war durch Verordnungen geregelt. Diese bestimmten, dass die Gründung des Vereins alle 3 Jahre erneut werden musste. Der Mannschaftstand erhöhte sich von der Gründung bis zur Jahrhundertwende, er betrug 1902, 43 Mann, 1909 und 1912, 39 Mann. Dazu kamen noch der Schriftführer und sein Stellvertreter (meistens die beiden Lehrer), der Richter (Bürgermeister) als "Präses" und ein Ausschluss, bestehend aus Gemeindefunktionären.

1911 konnte ein Feuerwehrspritze angekauft werden. Sie wurde dadurch finanziert, dass alle Einwohner 1 Jahr auf den Jagdpacht verzichteten. Im Feber 1920 kam es wieder zu einem Kommandantenwechsel, Johann Pfeiffermann, übernahm das Amt von 1920-1934. Nach der Angliederung des Burgenlandes an Österreich 1921 wurde das Feuerwehrwesen auf eine gesetzliche Grundlage - die Feuerpolizei- und Feuerwehrverordnung 1926 - gestellt. Kommandanten in den 30er Jahren waren Matthias Rosenberger (1935-1936) und Ludwig Trattner, evangelischer Lehrer (1937-1938). Der Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 brachte zunächst für die Organisation des Feuerwehrwesens keine Veränderungen, später wurde aber infolge der Auflösung des Bundeslandes Burgenland auch das burgenländische Landesfeuerwehrkommando mit 1. April 1940 aufgelöst.

Kommandant von 1938-1945 war Georg Dingelmaier, gefolgt von Johann Rechnitzer (1945-1948). Aus der Zeit seit 1948 sind die Protokollbücher der Feuerwehr vollständig erhalten. Bis heute findet traditionellerweise am 27. Dezember die jährliche Hauptdienstbesprechung statt, bei dem die Tätigkeitsbericht und der Kassabericht erstattet sowie organisatorische Maßnahmen durchgeführt werden. Ortsfeuerwehrkommandant Rechnitzer legte sein Amt am 27. Dezember 1948 nieder, zu seinem Nachfolger wurde Paul Zechmeister, (1948-1954) gewählt. Der Mannschaftstand betrug 1948 34 Mann. Paul Zechmeister trat 1954 zurück, neuer Kommandant wurde Matthias Fanzler, (1954-1973).

Eine Bewährungsprobe für die Feuerwehren des Burgenlandes stellte der Ungarnaufstand 1956 dar. In der Zeit von Oktober 1956 bis Jänner 1957 leisteten die Männer der Ortsfeuerwehr Deutsch Jahrndorf 1.412 Stunden freiwilligen Dienst (Hilfs-, Ordnungs- und Sanitärdienst). Im Juni 1957 wurde das Gerätehaus in der Oberen Hauptstraße eingeweiht. Die Mitgliederzahl der Feuerwehr nach dem Krieg blieb trotz erheblicher Abnahme der Ortsbevölkerung ziemlich konstant: 1954-33 Mann, 1960-34 Mann, 1970-36 Mann, 1980-34 Mann.

Weitere Ortsfeuerwehrkommandanten waren Johann Gombay (1973-1987), gefolgt von Heinz Unger (1987-1996) und Paul Edlinger (1997-2008). Im März 1991 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Gemeindeschmiede (Nickelsdorferstraße 3) mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses begonnen. Ein großer Teil der Arbeiten daran wurde in den folgenden Jahren von freiwilligen Helfern durchgeführt, so leisteten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr 5.000, die Reservisten 500 und Freiwillige Helfer 1.000 Arbeitsstunden, zusammen also 6.500 Stunden.

Derzeit besteht die Ortsfeuerwehr Deutsch Jahrndorf aus 54 aktiven Mitgliedern und 4 Reservisten. Kommandant ist seit 2011 OBI Ing. Gerald Gombay, Stellvertreter BI Martin Zecmeister.